Monolog nach dem Roman von Katja Lange-Müller
Am 12. Mai 2011 läuft die letzte Vorstellung!
West-Berlin in Zeiten revolutionärer Umbrüche, 1987: Soja, gelernte Setzerin, Republikflüchtling, Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herz, verliebt sich in den schweigsamen, kriminellen Junkie Harry. Nichts kann ihre Liebe erschüttern. Und es gibt vieles, dass sie zu erschüttern droht: Raubüberfälle, Lügen, Drogen, Aids. Bis zu seinem jammervollen Tod, hält sie mit aller Kraft an ihrer Liebe fest. Jahre danach bleibt ihr nur ein Schulheft mit undatierten Einträgen. Hierin versucht sie ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen und die Leerstellen zu füllen, die Harry hinterließ. Genau neunundachtzig Sätze, in denen er festhielt, was ihn beschäftigte, während er mit Soja zusammen war. Vieles kommt vor, eine fehlt: Soja.
Mit literarischer Fertigkeit und sprachlicher Reflexion lässt Katja Lange-Müller Soja die Geschichte ihrer großen Liebe erzählen, die den Tod überdauerte. Ein unsentimentaler, starker Monolog über die Liebe und die Frage, ob sie erwidert werden muss, um erfüllt zu sein.
Neben zahlreichen Preisen und Ehrungen wurde "Böse Schafe" 2007 für den deutschen Buchpreis nominiert.
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Regie & Bühne: Nils Daniel Finckh
Idee & Fassung & Produktion: Johanna Marx
Beratung & Mitarbeit: Katja Lange-Müller
Lektorat: Angelika Lemke
Video: Simon Schläger
Mit: Johanna Marx, Andreas Schmidt (Harry`s Stimme)
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Fotos zu "Böse Schafe", ©MEYER ORIGINALS
Pressestimmen
Toll gespielt von Johanna Marx. Ein anrührender Monolog über eine vergangene Amour fou, dessen fließender Sound einem die Liebesgeschichte in lakonischen, quälend-schönen Sätzen nachträgt. Selbst der pathetische Clueso-Song "Gewinner" passt schlicht und gut zu dieser sympathischen Selbstentblößung.
Stadtrevue (Ulrike Westhoff), Januar 2011
Packend gelingt die Bearbeitung des Romans „Böse Schafe“ von Katja Lange – Müller als Theatermonolog. Die Schauspielerin Johanna Marx, lange eine Protagonistin des Dortmunder Schauspiels, hatte die Idee zu diesem Projekt, erstellte in Zusammenarbeit mit der Autorin selbst die Spielfassung, produziert und spielt diesen Abend. In weißem Herrenhemd, hässlichen Strumpfhosen und unförmigen Schuhen steht sie da. Manchmal setzt sie sich aufs Klo, als wäre niemand außer ihr im Raum oder nur intime Vertraute. Sie wirkt verletzlich, ehrlich, nackter als sie ganz ohne Kleidung wäre. So erzählt sie die Geschichte einer aufopferungsvollen Liebe zu einem drogensüchtigen Aidskranken. Von den Illusionen und Träumen, den Abstürzen und den Kampf um den letzten Rest von Gemeinsamkeit. Johanna Marx schafft die Gradwanderung, Momente des Glücks und der Verzweiflung überwältigend direkt zu spielen und gleichzeitig darüber hinaus zu führen. An diesem von Nils Daniel Finckh sehr feinfühlig inszenierten Abend geht es auch darum, wie sich eine Frau über die Erzählung selbst definiert, Klarheit in ihr Leben bekommt und sich eine Zukunft erarbeitet. Ein perfektes Stück für die dichte Atmosphäre im Theater der Keller. Ein überzeugendes Plädoyer für den Fortbestand der Bühne.
Die deutsche Bühne (Stefan Keim), Dezember 2010
Die Intensität der Darstellerin macht den Abend sehenswert. Johanna Marx ist phänomenal in ihrer Bandbreite zwischen flapsig, kindlich, aber eben auch: gezeichnet und verletzt. Großes Schauspielerinnentheater nach dem ambitionierten Roman von Katja Lange-Müller über das Ende einer Liebe, der im Kellertheater zur Uraufführung kommt.
Stadtrevue (Susanne Finken), November 2010
Johanna Marx entwickelt die Geschichte von Soja mit einer leichten Berliner Ostschnauze sehr subtil, sie gibt Soja eine rotzige, kleinmädchenhafte Härte, so dass man richtig nachvollziehen kann, warum sie sich überhaupt auf den gefühlsarmen Junkie einlässt. [...] Marx und der Regisseur Finckh steigern Traurigkeit und Intensität von Sojas Selbstaufgabe meisterhaft, bis zu einem phänomenalen Wutausbruch im platschenden Goldfischbecken. [...] "Böse Schafe" ist ein mutiges Projekt, auf dessen Intensität man sich allerdings erst einmal einlassen muss.
akt.16 (Dorothea Marcus), Oktober 2010
Junges, aufregendes Theater machen zu wollen, mit dieser Vision ging PiaMaria Gehle, die neue Intendantin des Theater der Keller, an die Arbeit. Ein gewagtes Versprechen, das sie mit dieser Inszenierung "Böse Schafe" voll und ganz einlöst. [...] Johanna Marx spielt Soja mit großem Gespür für die Feinheiten dieser Figur und der Geschcihte, die niemals wertet und stattdessen im Zuschauer Fragen aufsteigen lässt wie: Ist Liebe nur wertvoll, wenn sie erwidert wird? [...] Katja Lange-Müller findet für diese Fragen Antworten in Sprachbildern, die Johanna Marx unter der Regie von Nils Daniel Finckh, dessen Inszenierung von "Frühlings Erwachen" am Hamburger Schauspielhaus zum Berliner Theatertreffen nominiert wurde, authentisch und berührend umgesetzt. Eine intelligente Theaterarbeit mit Tiefgang und Humor.
Rheinkultur, Oktober/November 2010
Johanna Marx spielt die Soja eindrucksvoll. Sie nimmt den Zuschauer in die Befindlichkeiten der Figur mit. Sie packt sie am Schopf und zerrt sie in das bedrückende Leben Sojas hinein. Atemlos folgt man ihrem Bericht. [...] Das Ergebnis ist ein atemberaubendes Stück unter der Regie von Nils Daniel Finckh. Und ein faszinierender Abend, der mit langem Applaus belohnt wurde.
www.meinesuedstadt.de (Stephan Meyer), 23.9.2010
Katja Lange-Müllers spitzzüngiger Vorwende-Roman "Böse Schafe", 2007 für den Deutschen Buchpreis nominiert, ist nun als Uraufführung am Theater der Keller zu sehen. [...] Ein Erlebnis [...] ist ihre [Johanna Marx] Interpretation der trotzigen Außenseiterin, die mit sprecherischer Ausdruckskraft und als emotionaler Kraftakt überzeugt.
Kölner Stadtanzeiger (Jessica Düster), 21.9.2010
Katja Lange-Müllers preisgekrönter Roman "Böse Schafe" spielt 1987 in West-Berlin. Nils Daniel Finckh (Regie und Bühne), Johanna Marx (Idee, Fassung und Produktion) sowie die Autorin (Mitarbeit und Beratung) haben daraus eine packende Bühnenfassung gewoben. [...] An Marx, die die Soja verköpert, stellt er [der Text] höchste Ansprüche. Sie schafft es, das Publikum mit dieser Geschichte vom Lieben und Sterben in Berlin zu fesseln. [...] Brutal, kaputt, ohne Chance. Dabei aber auch unendlich zart, bedingungslos und bittersüß. [...] All das meistert Johanna Marx mit Bravour. [...] Katja Lange-Müller, die anwesend war, erlebte eine bejubelte Premiere.
Kölnische Rundschau (Susanne Schramm), 20.9.2010