Schauspiel für Menschen ab 12 Jahren von Anja Schöne
Eine Koproduktion mit der SCHULE DES THEATERS
Am 10. April läuft die letzte Vorstellung!
Vier junge Menschen treffen sich Tag für Tag auf einem Dach in der Großstadt und betrachten von dort aus die Welt. Doch es gefällt ihnen nicht, was sie sehen – überall Langeweile, graue Wände und wenn etwas läuft, dann läuft es irgendwie falsch. Auf Dauer ist das nicht auszuhalten und deshalb beschließen sie sich ein- und die Welt um sie herum aufzumischen. Aber wie beginnt man die große Weltrevolution? Ein Vorbild muss her – von dessen anarchischem Treiben man sich inspirieren lassen kann. Till Eulenspiegel – der Urvater aller Schalksnarren und Gaukler - scheint da die passende Figur. Denn wer die Welt verändern will – der muss vor allem ein großer Entertainer sein und die Menschen zum Lachen bringen. Und so funktionieren die Jugendlichen ihr Dach kurzerhand in ein Till-Eulenspiegel-Trainingslager um und tauchen in die Welt von Eulenspiegels Streichen ein.
Vor dem Hintergrund der Probleme heranwachsender Jugendlicher werden die mittelalterlichen Geschichten von Till Eulenspiegel, dem wahrscheinlich bekanntesten Schalk des deutschen Sprachraums, für Menschen ab 12 Jahren neu erzählt.
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Regie: Anja Schöne
Ausstattung: Mira Phumdorkmai
Komposition: Götz Vogel von Vogelstein
Mit: Franziska Bonn, Amely Draeger, Sarah Härtling,
Götz Vogel von Vogelstein
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Fotos zu Till Eulenspiegel | ©MEYER ORIGINALS
Pressestimmen
Es ist viel gute Arbeit in Anja Schönes Inszenierung "Till Eulenspiegel" geleistet worden, die das Theater Der Keller jetzt für Jugendliche ab 12 Jahren zeigt. Das radikale Denken des Anarchos aus dem 14. Jahrundert enthält immer noch Sprengstoff. Er war subversiv und in seiner Sprachkritik brilliant.
In Anja Schönes Inszenierung gestaltet sich die Rebellion als ein zeitgenössischer Flirt mit Showbusiness, RAF und Pippi Langstrumpf. Für Momente klingen die Dialoge erstaunlich gesellschaftskritisch, wenn Hartz IV und Finanzkrise geschickt ins Spiel auf dem Dach eingeflochten werden. [...] Das Quartett agiert sicher und temperamentvoll und die Inszenierung kommt durch Anja Schönes originellen Zugriff aufs Sujet symphatisch und frisch über die Rampe. Wie die jungen Leute nach einem Werkzeug für ihr Unbehagen suchen und es in der historischen Figur und deren so analytischem wie respektlosem Denken finden, das hat Substanz. [...] Die Inszenierung gehört zu den sehenswerten in der freien Szene.
Kölnische Rundschau (Thomas Linden), 16.10.2010
Anja Schöne hat sich die Mühe gemacht, die alten Texte zu
durchforsten. Sie hat daraus ein Theaterstück entwickelt, das nun im
Theater der Keller unter ihrer Regie die Uraufführung feiern konnte. Das
ist ihr mit Bravour gelungen.
Die vier jungen Schauspieler der Schule des Theaters bringen mit viel
Witz, Gesangs- und Tanzeinlagen das Publikum ebenso zum Lachen wie zum
Nachdenken. Sarah Härtling, Franziska Bonn, Amely Draeger und Götz von
der Vogelstein überzeugen durch ihre Flexibilität. Sie wechseln allesamt
von ihren liebevoll verkörperten Rollen als Jugendliche immer mal
wieder in die Rolle des Till Eulenspiegel. Sie sind Väter und Bäcker,
Schumacher und auch schon mal gemeines Volk. Und sie machen Lust auf
mehr.
www.meinesuedstadt.de (Stephan Meyer), 14.10.2010
Till Eulenspiegel besticht vor allem durch seine Schauspieler. Das Theater der Keller arbeitet für diese Inszenierung mit der Schule des Theaters zusammen. Den jungen Darstellern merkt man ihre frische Schauspielkarriere jedoch gar nicht an. Mit fast schon gespenstischer Routine und Professionalität verkörpern sie ihre Rollen. Jede Choreographie, jeder Dialog wirkt nicht wie gespielt, sondern wie gelebt. Die dieses Jahr uraufgeführte Inszenierunt trägt den Untertitel "Jugendstück ab 12 Jahre". Das spiegelt sich vor allem in dem detaillierten Bühnenbild und der teilweise einfach gehaltenen Symbolik wieder. Jedoch ist Till Eulenspiegel nicht nur für Jugendliche, sondern kann auch für Erwachsene empfehlenswert sein.
Was dieses Stück von vielen anderen Produktionen abhebt, ist das stimmige Gesamtbild der Inszenierung. Vieles wirkt behutsam und lässt Liebe zum Detail erkennen. Till Eulenspiegel bringt die Weltrevolution des Spaßes näher an sein Ziel und Till ein Stück mehr in die Köpfe der Leute. Auf Till!
www.campus-web.de (David Gillengerten), 28.9.2010