PRODUKTION "DIE BLUMEN DES BÖSEN" FÄLLT AUS
(Köln - 24.01.12)
Wegen der weiterhin ungeklärten Finanzierung musste das THEATER DER KELLER nun leider eine schwere Entscheidung treffen. Da der Spielbetrieb zum nahenden Probenbeginn von DIE BLUMEN DES BÖSEN die Spielstätte, und somit die Premiere im April 2012 nicht garantieren kann, musste die Produktion abgesagt werden. Gerne hätte der Regisseur Stefan Hermann den Gedichtezyklus von Charles Baudelaire auf die Bühne des Kellers gebracht, doch die derzeitige Situation lässt dem ältesten Privattheater Kölns keine andere Wahl. Im Moment widmen sich Intendantin PiaMaria Gehle und ihr Team mit allen Kräften den Stücken DIE ÄNGSTLICHEN UND DIE BRUTALEN und DER VERBRECHER (UA), die im momentan letzten finanziell gesicherten Monat März ihre Premieren feiern werden.
Ein guter Start ins neue Jahr
OTHELLO auf dem JanuarTitel der Theaterzeitung aKT
(Köln – 08.01.12)
Die aktuellste Produktion OTHELLO, die Stefan Nagel im Dezember nach einer Fassung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel inszenierte, wurde von Publikum und Presse frenetisch bejubelt. Die souveräne Regiearbeit rühmte auch die Kölner Theaterzeitung aKT, sodass es die Absolventin der SCHULE DES THEATERS Sarah Härtling als Desdemona in der aktuellsten Ausgabe auf die Titelseite schaffte.
In der Kritik resümiert Dorothea Marcus: „Brilliant spielen alle, etwa Viktoria Klimmek als gelangweilte, kettenrauchende Desdemona-Freundin Emilia, die sich bräsig mit aller Frauenfeindlichkeit abgefunden hat. [...] Besonders aber fällt Emanuel Fleischhacker auf, der in einer Doppelrolle blitzschnell vom notgeilen und leicht schwachsinnige Rodrigo in den eifrigen Othello-Anhänger Cassio wechselt. [...] Nach seinem viel gerühmten PeterLicht-Abend und langer Regieassistenz (und Regiearbeit) am Schauspiel Köln ist Regisseur Stefan Nagel souverän in die freie Szene zurückgekehrt.“
Silvester noch nichts vor?
Das THEATER DER KELLER verlost Karten über Facebook
(Köln – 14.12.11)
Keine
Lust auf lästige Silvestervorbereitungen? Dann lassen Sie sich in MEIER, MÜLLER, SCHULZ oder nie
wieder einsam! gefangen nehmen. Das
THEATER DER KELLER übernimmt die EndjahresPlanung und verlost über Facebook
zwei Karten für zukünftige KellerGeiseln: Wer die
Veranstaltung mit seinen Freunden teilt UND selbst online befreundet
ist, kann zwei Karten für die Vorstellung um 19.30 Uhr gewinnen. Danach startet der Abend und es gibt Freigetränke bis 22 Uhr, bevor
es auf den Weg in die Silvesternacht geht. Das
Team vom THEATER DER KELLER freut sich auf einen tollen Abend mit den
KellerGeiseln!
VeedelKeller in der Südstadt
Nachbarn erhalten Ermäßigungen bis Ende 2011
(Köln – 28.11.11)
Kultur für die Nachbarn – direkt vor der Tür. Noch bis zum Ende des Jahres holt das THEATER DER KELLER die Südstädter ins Haus. Zwischen Salierring und Vorgebirgswall, zwischen Ohmstraße und Pfälzerstraße: Nachbarn des Theaters an der Kleingedankstraße mit der mit einer Südstadtadresse im Pass zahlen bis Ende des Jahres 10 Euro statt 17 Euro. Ausgenommen sind dabei nur Sonderveranstaltungen, wie beispielsweise der lange SilvesterAbend mit MEIER, MÜLLER, SCHULZ oder nie wieder einsam!. Karten reservieren über Tel.: 0221-318059.



Es regnet Nominierungen
Das THEATER DER KELLER kann insgesamt sechs Mal hoffen!
(Köln – 24.11.11)
Die Jury des Kölner Theaterpreis 2011 gab heute die Nominierungen für das zweite Halbjahr bekannt. Das Kinderstück BIST DU SCHON AUF DER SONNER GEWESEN? (UA) von Anja Schöne ist für den Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis 2011 nominiert. Zudem erhielten zwei Schüler des Abschlussjahrgangs der SCHULE DES THEATERS die Nominierung für den Nachwuchsschauspielerpreis Puck: Amely Draeger und Mateusz Dopieralski. Sie sind momentan gemeinsam in DER GEIZIGE zu sehen. Insgesamt kann das THEATER DER KELLER mit seinen Schauspielern und Produktionen mit Stolz auf sechs Nominierungen blicken. Am 5. Dezember werden die Preise vergeben.
BIST DU SCHON AUF DER SONNE GEWESEN? (UA)
*Nominiert für den Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis 2011*
Amely Draeger
*Nominiert für den Nachwuchsschauspielerpreis Puck 2011*
Mateusz Dopieralski
*Nominiert für den Nachwuchsschauspielerpreis Puck 2011*
NORDOST
*Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2011*
*Nominiert für den Kurt-Hackenberg-Preis 2011*
TEL AVIV (UA)
*Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2011*
Änderungen am KELLER
(Köln – 14.11.11)
Leider weiß das THEATER DER KELLER immer noch nicht, wie lange es seinen Spielbetrieb ab 2012 noch aufrecht erhalten kann. Nun zeigen sich die ersten Konsequenzen des langen Wartens.
Da Intendantin PiaMaria Gehle mit all ihren Kräften an einer Einigung mit der Stadt Köln zur Weiterförderung des ältesten Privattheater in der Südstadt kämpfen muss, holt sie sich künstlerische Verstärkung. Der Kölner Nachwuchsregisseur Stefan Nagel (zuletzt machte er mit seiner Inszenierung KEINER WEIß MEHR am Schauspiel Köln von sich reden) übernahm spontan die Regie für die vierte KellerInszenierung in dieser Spielzeit: OTHELLO, die am 16.12. Premiere feiern wird.
Zum momentanen Zeitpunkt kann niemand mit Gewissheit sagen, ob es sich dabei um die letzte Premiere am THEATER DER KELLER handelt. Somit verschob man vorsichtshalber die geplante FebruarInszenierung von DER VERBRECHER (UA) nach der Erzählung von Schillers DER VERBRECHER AUS VERLORENER EHRE vom 3.2. auf den 30.3., um erst nach einer klaren Förderbereitschaft der Stadt Köln mit den Proben zu beginnen. Diese Verschiebung hatte allerdings zur Folge, dass der Regisseur Daniel Kuschewski aus terminlichen Gründen die Regie abgeben musste. Glücklicherweise konnte das Team um PiaMaria Gehle schnell mit dem freien Regisseur Bernd Plöger aufwarten, der bereits mehrere Projekte am FFT Düsseldorf inszenierte. Gehle hofft, dass es bei diesen Änderungen bleibt und die Stadt Köln bald ein deutliches Zeichen setzt.
PiaMaria Gehle im Videointerview
(Köln – 08.11.11)
Katja Egler-Streil hat PiaMaria Gehle auf der plauschigen Couch im THEATER DER KELLER getroffen. Für das Kölner Magazin Köln-InSight.TV sprach sie mit der jüngsten Theater-Intendantin Deutschlands über die Schauspielschule und die neuesten Projekte sowie über Oper in kleinem Saal, PeterLicht und Shakespeare. Die Autorin schwärmt von einer "überaus sympathischen und jungen Intendantin". Sehen Sie selbst!
Das Alter als Eintrittspreis
FerienKeller bei BIST DU SCHON AUF DER SONNE GEWESEN?
(Köln – 27.10.11)
An diesem Ferienwochenende (29. + 30.10.11) zahlen alle Kinder nur für ihr Alter: je jünger – desto günstiger!
Die Ferien sind da und das THEATER DER KELLER lädt die ganze Familie ein! Bei der Premiere des Kinderstücks BIST DU SCHON AUF DER SONNE GEWESEN? ab 6 Jahren hat sich gezeigt, dass auch die kleineren Geschwister ihren Spaß hatten. Eltern können daher nun auch die Jüngsten ab 4 Jahren mitnehmen und werden dafür in den Ferien belohnt. Denn Kinder zahlen für die Vorstellung am 29. + 30.10. nur den Betrag ihres Alters – wer fünf Jahre ist, zahlt fünf Euro (statt sieben Euro).
Wer noch Reiseliteratur sucht...
PiaMaria Gehle empfiehlt ihr Lieblingsbuch bei Christine Westermann
(Köln – 18.8.11)
In der Radiosendung BÜCHER auf WDR 5 verriet Intendantin Gehle, was momentan auf ihrem Nachttisch liegt "Extrem laut und unglaublich nah" von J.S. Foer.
"Es ist die Geschichte von Oskar, einem kleinen Jungen und ziemlichen Besserwisser, der in New York lebt und seinen Vater in den Twin Towers verloren hat. Er ist auf der Suche nach einer Erklärung dafür, dass sein Vater nicht mehr da ist. Das Buch erzählt sehr schön seine Reise und ein Umgehen mit etwas, was man letztendlich nicht begreifen kann. Es ist ein wahnsinnig bildhaftes Buch, das mich begeistert und berührt. Es liegt inzwischen schon zum zweiten Mal auf meinem Nachttisch, beim ersten Mal habe ich es in einem Rutsch durchgelesen und jetzt beim zweiten Mal merke ich, ich genieße die Sprache noch mal ganz anders."
Aber hören Sie selbst: Podcast der Sendung!
Und es hört nicht auf...
Zweite Nominierung für NORDOST
(Köln – 12.7.11)
NORDOST wurde ebenfalls für den Kurt-Hackenberg-Preis 2011 für politisches Theater nominiert.
Nachdem das Dokudrama NORDOST von Torsten Buchsteiner über das Moskauer
Geiseldrama von 2
002 bereits unter den ersten Nominierungen für den
Kölner Theaterpreis 2011 gelangte, wurde die Inszenierung von Daniel
Kuschewski nun auch von der Jury der Freien Volksbühne geehrt. Sie
wählte NORDOST als eines von vier politischen Werken der Freien Kölner
Szene als Anwärter für den Kurt-Hackenberg-Preis aus, der ebenfalls am
5. Dezember 2011 verliehen werden soll.
Das Team vom THEATER DER KELLER freut sich sehr über diesen Nominierungsregen
und sieht darin eine Belohnung für den harten Kampf um die Rettung des ältesten
Privattheater Kölns.
Gleich zwei Anwärter auf den Kölner Theaterpreis 2011
NORDOST und TEL AVIV
(Köln – 06.7.11)
Mit gleich zwei Inszenierungen für den Kölner Theaterpreis 2011 wurde das THEATER DER KELLER nominiert: NORDOST und TEL AVIV.
Die Jury, bestehend aus Jessica
Düster, Ulrike Westhoff und neuerdings Dorothea Marcus, ermittelte
insgesamt fünf
Arbeiten als beste Inszenierung aus der Freien
Theaterszene Kölns für das erste Halbjahr. Der mit 10.000€ dotierte Preis wird am 5.12.2011 verliehen. Dann müssen
sich diese Inszenierungen mit fünf weiteren Vorschlägen aus der zweiten
Jahreshälfte messen.

Das Team vom THEATER DER KELLER freut sich sehr über die Nominierungen
von NORDOST (Regie: Daniel Kuschewski) sowie TEL AVIV (UA) (Regie: Tobias Herzberg) und fühlt sich im harten Kampf um die Rettung des ältesten
Privattheater Kölns bestätigt.
"Beachtliche erste Spielzeit"
Überragendes Kritikerfeedback für das THEATER DER KELLER
(Köln – 01.7.11)
Die Kollegen von Presse und Funk haben die Bühnen NRWs beurteilt und geben dem THEATER DER KELLER ein durch und durch positives Gesamtfeedback.

Ein Theater im Aufwind, dessen Mut zur Uraufführung sich ausgezahlt hat, urteilt Dietmar Zimmermann in seiner Jahresbilanz für die Theaterzeitung theater pur und kürt TEL AVIV (UA) zu einem der drei wichtigsten deutschen Stücke der vergangenen Spielzeit!
Auch die Kölner Theaterzeitung aKT befragte Kölner Kulturkritiker zu den Höhepunkten der vergangenen Theatersaison. Drei von ihnen bezeichneten dabei das Überleben des THEATERS DER KELLER als den größten kulturpolitischen Hoffnungsschimmer. Die beste Gesamtleistung eines freien Theaters sprachen Sandra Nuy, Jessica Düster und Alexander Haas dem THEATER DER KELLER zu. Mit neuer Intendantin, revolutionärer Energie und gut durchmischtem Programm, ist für Düster die nächste Runde im Überlebenskampf verdient gewonnen.
Auch der Kritiker der Deutschen Bühne, Andreas Falentin, freute sich über den Notpfennig für den KELLER und wünscht sich, ähnlich wie Ulrike Westhoff, ein Weiterleben für Kölns ältestes Privattheater. Beide waren sich überdies darüber einig, dass die Leistung von Schauspielerin Johanna Marx in BÖSE SCHAFE (UA) sie zu einer der besten Schauspielerinnen der Kölner Theatersaison 2010/2011 macht.
Theatermacher statt Schauspielschüler
Das künstlerische Individuum zählt
Eva-Maria Baumeister übernimmt ab 2012 die Leitung der SCHULE DES THEATERS
und präsentiert ein innovatives Konzept.
(Köln – 19.6.11)
Die SCHULE DES THEATERS und das THEATER DER KELLER freuen sich, die designierte Leiterin der ältesten privaten Schauspielschule NRWs vorzustellen. Mit der Ernennung der Regisseurin, Festspielleiterin und Dozentin Eva-Maria Baumeister zur Direktorin entschied sich der Trägerverein der SCHULE DES THEATERS eine innovative Lernplattform für angehende Theatermachen zu schaffen.
Frau Baumeister möchte zukünftig das Lehrprogramm den aktuellen Forderungen und Strömungen der (inter-)nationalen Theaterwelt anpassen und sich zugleich an den mitgebrachten Fähigkeiten der einzelnen Schüler orientieren. Innerhalb eines individualisierten Coachingsystems und einem interessenorientierten Workshopprinzip, sollen die Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung nicht nur ein fundiertes Schauspielhandwerk für das Engagement am Theater erlernen, sondern alle Bereiche/Möglichkeiten des Schauspielberufs kennenlernen und in der Lage sein, eigenständig eigene künstlerische Projekte verwirklichen zu können. Somit legt Baumeister einen neuen Schwerpunkt auf die aktive Mitgestaltung und Teilhabe der Schüler/-innen an der Ausbildung.
Im Zuge dieser Neuerungen wurde die Aufnahmeprüfung für das kommende Schuljahr bis zum 24.6.2011 verlängert. Bewerbungsvoraussetzungen und weitere Infos erhalten Sie unter www.schule-des-theaters.de.
Eva-Maria Baumeister
Regisseurin | Festspielleiterin | Dozentin

geboren und aufgewachsen in Arnsberg
Nach ihrem Abitur begann sie mit ersten Regieassistenzen am THEATER DER KELLER und am Schauspiel Köln. Anschließend studierte sie zunächst Theaterwissenschaften in Amsterdam. Darauf folgte ein Jahr des Regiestudiums an der SCHULE DES THEATERS und schließlich an der Folkwang Hochschule Essen, an welcher sie 2006 mit Auszeichnung ihr Diplom als Schauspielregisseurin erlangte. Während des Studiums absolvierte sie Regieassistenzen bei den Recklinghauser Ruhrfestspielen sowie bei Andreas Kriegenburg an den Münchner Kammerspielen.
Gemeinsam mit Künstlern und Theaterschaffenden aus Hamburg gründetet sie 2006 den Verein Kaltstart e.V. und stellte somit ein innovatives Forum für Nachwuchskünstler auf die Beine, aus welchem sich mittlerweile das größte Nachwuchstheaterfestival KALTSTART im deutschsprachigen Raum etabliert hat.
Seit 2005 inszeniert sie an vielen deutschen Bühnen als freie Regisseurin, u.a. am Schauspielhaus Wien, am Schauspielhaus Bochum, am Theater Koblenz, am Theater Trier, am Staatstheater Mainz, am Schauspiel Graz und im Rahmen der Werkstatttage am Burgtheater Wien. Am THEATER DER KELLER führte sie in der vergangenen Spielzeit Regie bei dem Abschlussstück der SCHULE DES THEATERS: Dea Lohers Blaubart – Hoffnung der Frauen (Foto). Für die Saison 2011/12 ist dort das Wagnerprojekt Wer aus mir trinkt, wird ein Reh (UA) sowie Clavigo am Theater Koblenz geplant.
In der freien Szene erarbeitete sie u.a. kidnap someone and make him happy (ein nächtliches Märchen) mit der Autorin Daniela Dröscher in Köln und Berlin. Für ihre Inszenierung Vaterlose (nach A. Tschechows „Platonov“) erhielt sie den Folkwangpreis für Darstellende Kunst und den Regiepreis MARTA des internationalen Schauspieltreffens „Encounter“ in Brno, Tschechien.
Zugleich ist sie an verschiedenen Ausbildungsstätten dozierend tätig, u.a. am UniT Graz beim Studiengang für Szenisches Schreiben, und innerhalb verschiedener Schauspiel-workshops an mehreren Gymnasien deutschlandweit. 2010 erarbeitete sie mit Schauspielstudierenden der Folkwang Hochschule ein Projekt für das Schauspielhaus Bochum.
Ab dem 1.1.2012 Leiterin der SCHULE DES THEATERS, Köln.
BÖSE SCHAFE (UA) - Zum letzten Mal!!!
West-Berlin in Zeiten revolutionärer
Umbrüche, 1987: Soja, gelernte Setzerin, Republikflüchtling,
Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herz, verliebt sich in den
schweigsamen, kriminellen Junkie Harry. Nichts kann ihre Liebe
erschüttern. Und es gibt vieles, dass sie zu erschüttern droht:
Raubüberfälle, Lügen, Drogen, Aids. Bis zu seinem jammervollen Tod, hält
sie mit aller Kraft an ihrer Liebe fest. Jahre danach bleibt ihr nur
ein Schulheft mit undatierten Einträgen. Hierin versucht sie ihren
Gefühlen auf den Grund zu gehen und die Leerstellen zu füllen, die Harry
hinterließ. Genau neunundachtzig Sätze, in denen er festhielt, was ihn
beschäftigte, während er mit Soja zusammen war. Vieles kommt vor, eine
fehlt: Soja.
Mit literarischer Fertigkeit und
sprachlicher Reflexion lässt Katja Lange-Müller Soja die Geschichte
ihrer großen Liebe erzählen, die den Tod überdauerte. Ein
unsentimentaler, starker Monolog über die Liebe und die Frage, ob sie
erwidert werden muss, um erfüllt zu sein.
Neben zahlreichen Preisen und Ehrungen wurde "Böse Schafe" 2007 für den deutschen Buchpreis nominiert.
Regie & Bühne: Nils Daniel Finckh | Idee & Fassung & Produktion: Johanna Marx | Beratung & Mitarbeit: Katja Lange-Müller | Lektorat: Angelika Lemke | Video: Simon Schläger
Mit: Johanna Marx, Andreas Schmidt (Harry`s Stimme)
SolidaritätsKellerMarathon
Zum Schluss der KellerRevolution überschlagen sich die anderen Theater förmlich mit Solidaritätsbekundungen. Das THEATER DER KELLER weiß dies mal wieder bühnentauglich zu nutzen und präsentiert vom 13.-15. Mai einen ganzen SolidaritätsKellerMarathon in Anlehnung an das Sommerblutfestival.
Schlosstheater Moers im Rahmen des Sommerblutfestivals 2011 | GERECHTES GELD
(DSE) - 13. Mai 2011
CJ
ist wütend, bisexuell und völlig ungehemmt - und das live. Als Börsenguru mit
eigener TV-Show gibt er dem Publikum unzensierte Ratschläge über
Portfoliomanagement, Geldmarktpolitik und Beischlaf mit Assistenten. Was als
Parodie auf die Finanzbranche beginnt, enthüllt sich in rasantem Tempo als
scharfsinnige Analyse der Wirtschaftskrise und eines ökonomischen Systems, das,
von Profitmaximierung bestimmt, dabei ist sich selbst
aufzulösen.
Präsentiert vom Sommerblut Festival 2011!
Trailer
Schlosstheater Moers
Schauspiel Dortmund | OSTERSONNTAG - 14.
Mai 2011
Ferdinand,
ein junger Mann; ist immer unterwegs - Rastlosigkeit bestimmt sein Handeln und
seine Gedanken. Als er eines Tages zufällig einen Brief seiner verstorbenen
Schwester findet, kommt es am Ostersonntag zu der längst fälligen Aussprache mit
seiner Familie, deren Mitglieder auf verschiedene Weise an den Werten und
Erwartungen ihrer Gesellschaft scheitern. Wer trägt die Schuld am Tod seiner
Schwester und ist dieser die Ursache für Ferdinands Haltlosigkeit?
Björn
Gabriel hat Harriet Köhlers hochgelobten Debütroman aus dem Jahr 2007 für die
Bühne adaptiert und selbst inszeniert.
Waldschrat & Vögel
Produktion Zürich | LASST DEN SCHAUM ZUM HIMMEL SPRÜTZEN - 15. Mai
2011
„Himmelhoch
jauchzend, zum Tode betrübt - glücklich allein ist die Seele, die liebt." Das
stammt zwar von Goethe, trifft aber auf niemanden besser zu, als auf den jungen
Friedrich Schiller, genannt Fritz. Auch ein Schiller wurde nicht als Klassiker
geboren. Wer steckt hinter dem Titan deutscher Dichtkunst? In "Laßt den Schaum
zum Himmel sprützen!" geht es um den jungen Schiller, getrieben von dem Willen
zu schreiben, geplagt von fehlender Anerkennung und verschmähter Liebe. Und dann
immer wieder dieser Goethe, hinter dessen Ruhm er verblasst.
Ein
himmlisches Vergnügen, diese kurzweiligen 70 Minuten, die den gefeierten
Dichterfürsten endlich einmal von seinem hehren Sockel herunterholen - und das
mit seinen eigenen Worten! Die Deutsche Bühne
SolidaritätsKeller:
Schlosstheater Moers GERECHTES GELD | 13. Mai | um 20
Uhr
SolidaritätsKeller: Schauspiel Dortmund OSTERSONNTAG | 14. Mai |
um 20 Uhr
SolidaritätsKeller: Waldschrat & Vögel Produktion Zürich
LASST DEN SCHAUM ZUM HIMMEL SPRÜTZEN | 13. Mai | um 18 Uhr
aKT prämiert TEL AVIV (UA)
Anker im Alltagsgetöse
Die aktuelle aKT prämiert unsere Aprilpremiere TEL AVIV (UA) zum Stück des Monats
Dorothea Marcus | aKT 23 | Mai 2011
Es ist ja seit vielen Jahren Mode, Romane von möglichst berühmten (Jung-)Autoren auf die Bühne zu bringen - Theater haben weder vor Charlotte Roche noch Helene Hegemann Halt gemacht. Der Schfriftstellerin Katharina Hacker ist eine Dramatisierung allerdings noch nie passiert. Dabei wurde sie 2006 sogar mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Es lässt auch kaum etwas weniger an eine Theatralisierung denken als ihre Debüterzählung "Tel Aviv" - mehr eine lose Folge von Stadtbeobachtungen als eine kohärente Geschichte. Und doch gelingt in der Regie von Tobias Herzberg und Textfassung von Kraystian Lada im Theater der Keller Erstaunliches: Es wird aus diesem vergnüglichen Abend nichts weniger als eine Parabel über Einsamkeit, Fantasie, das Reisen, das Schreiben selbst, das Dasein einer Schriftstellerin - und zugleich erfährt man noch viel aus Tel Aviv, jener aufregenden Stadt am Strand, zu der Deutsche geschichtsbedingt ein belastetes Verhälntis haben.
Der Aufbau ist einfach: eine Videoleinwand, ein Bett, ein Tisch. Auf einem kleinen Fernseher rattern stumm "breaking news", jenes Katastrophenfernsehen, das man so leicht mit dem Nahen Osten verbindet: Häusertrümmer, eilende Juden mit Hüten und Schläfenlocken, Palästinenser mit aufgerissenenen Mündern. Morgens wacht sie auf, die Autorin, und spricht als erstes ihr Tagebuch in die Live-Cam. Ist die Welt hier anders als anderswo? Ein Kühlschrank ist überall ein Kühlschrank, es kommt nur darauf an, wie man ihn wahrnimmt. Ileana Tautu ist eine wunderbare Besetzung: die junge Schauspielerin erfasst charmant, versponnen und leichtfüßig den Wissensdurst, die überbordende Fanatsie und das produktive Fremdheitsgefühl der jungen Schriftsterllerin, die sich ständig neue Geschichten über ihre Mitmenschen ausdenkt, Anker im Alltagsgetöse sucht, in dem alles inspirierend wirkt, wenn man es bereist - und deren Figuren sich in ihrem Kopf selbstständig machen.
Wer Realtiät und wer ihre Fantsasie ist, wird nie klar, wenn Tanja Haller und Anton Weber in den Raum kommen, die Autorin öffnet ihnen schwungvoll die Tür: mal hysterische Maklerin ihres winzigen Kakerlaken-Lochs, mal frustrierter Cafébesucher, mal befreundetes Paar, das sich annähert und wieder abstößt, mal Fremde, die ungelenk und schief miteinander tanzen (von Haller und Weber wunderbar surreal dargestellt). Oder sie beschreibt naiv ihren Weg in den orthodoxen Stadtteil Tel Avivs, wo der Busfahrer Rasierwasser auf den Boden sprüht, weil es riecht und man dem Taxifahrer Fantasiesummen bezahlt, damit man wieder wegkommt. Unbekümmert und unbedarft, mit frischem Blick der Jugend, traut sich die Autorin, alles neu zu beschreiben - und vor unseren Augen entsteht ihr Kopfkino. Fast verliert sie sich in den auf sie einstürzenden Eindrücken, die Figuren bedrängen sie mit den Geschichten. Verzweifelt klebt sie Notizzettel an die Wände, bis hin zum dramatischen Finale, ein Hausbrand: der Videobeamer flimmert, die Lampen flackern, die Schauspieler vollführen eine Feuerlöschchoreografie - und kümmern sich nicht darum, dass es eine problematische Assoziation sein könnte, wenn Deutsche über Juden sprechen, bei denen Häuser brennen. Zum Schluss wird das in der Beschreibungn eines Schwarz-Weiß-Fotos von Tel Aviv thematisiert: die naive Erinnerung an einen Ort, den es so nie gab und in dem man als Deutscher automatisch die KZs dichtet. Tel Aviv ist nicht einfach zu betrachten, unsere Blicke darauf sind voller Phatos und Erinnerung, selbst wenn wir die Stadt nie gesehen haben. Ist das überhaupt Theater? Ironisch sagt eine Figur: "Es gibt hier keine dramatische Lösung" - und hat es erfasst. Denn auf der Bühne werden Zwischentöne erzählt, subtile Bewusstseinszustände einer Schreibenden, keine dramatischen Geschichten. Doch wie leichtfüßig, unterhaltsam und philosophisch komplex das geschieht, muss man schon als kleines Kunststück bezeichnen.
KELLER ändert Programm
Aktualität statt Wilder Party
(Köln – 11.2.11)
Aufgrund der aktuellen Situation und der Möglichkeit mit der „Überbrückungshilfe“ die Spielzeit 2010/2011 zu Ende zu bringen, hat sich das THEATER DER KELLER spontan dazu entschlossen die letzte Premiere der geretteten Spielzeit diesem Thema zu widmen. Statt der bislang angekündigten Premiere THE WILD PARTY findet im Mai am KELLER ein musikalischer Abend zum Thema „Theatersterben“ und „Kulturrettung“ statt. Für den trashigen Spielzeitausklang engagierte Gehle die Performance erprobte Hamburger Regisseurin Iris Matzen.
Was Sinnvolles von Iris Matzen (mit Musik!!!)
Premiere am 20.5.2011 im TiefKeller.
In Zeiten von deutschlandweitem Theatersterben und massiven Kulturetatkürzungen wird die Aufgabe von Theater nicht nur existenziell in Frage gestellt, sondern auch massiv bedroht. Wie Kunst machen, wenn nur der Kommerz gewünscht wird? Wie wird Kunst messbar und nach welchen Kriterien? Wie förderwürdig bleiben, wenn Hamburger Politiker mit dem kommerziellen Erfolg des „König der Löwen“ argumentieren? Wie die künstlerische Freiheit erhalten, wenn Bonner Bürger online Kulturpolitik bestreiten? Wie eine Daseinsberechtigung behaupten wenn in Halle langjährige Jugendtheatertradition nur noch als Haushaltsbelastung gesehen wird? Wie „existenziell“ muss Theater sein, um zu leben und ab wann bremst das zentrale Thema „Überleben“ jeden Mut, jede Idee ängstlich aus? Diesen und weiteren Fragen möchte sich das Team um Iris Matzen näher widmen. Sie mischt sich dabei in das absurde politische Geschehen Kölns ein und den KELLER so richtig auf. Bühne frei für ein lautes, wildes und extrem souveränes Finale der KellerRevolution!
Konzept & Regie: Iris Matzen
Kollegen und Vorstand begrüßen Entscheidung von KellerIntendantin Gehle
KELLER wieder in Konferenz
Rückkehr nach 10 Jahren
In schweren Zeiten muss man zusammenhalten! Unter diesem Motto steht die seit heute offiziell bekannt gegebene Nachricht, dass das THEATER DER KELLER wieder Mitglied der Kölner Theaterkonferenz wird. Mit diesem Beitritt möchte KellerIntendantin PiaMaria Gehle ein Zeichen setzen und die freie Theaterszene Kölns zu mehr Zusammenhalt auffordern. „Gerade in der schweren Zeit, die das THEATER DER KELLER hinter und vielleicht noch vor sich hat, ist ein kollegialer Schulterschluss notwendig,“ so Gehle. Auch Konferenzleiter Dietmar Kobboldt freut sich über den Wiedereintritt des ältesten Privattheater Kölns und ist überzeugt davon, dass nur gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit Wirkung zeigt.
Als Interessenvertretung von über 50 freien und privaten Theatern und Gruppen sowie den Bühnen Köln ist die Kölner Theaterkonferenz bis heute ein bundesweit einzigartiges Modell für ein breites Bündnis aller in einer Stadt arbeitenden Theater. Sie wurde 1979 auf Initiative des damaligen Intendanten des Kölner Schauspiels, Jürgen Flimm, gegründet. Die Unterstützung des Hauptsponsors, der RheinEnergie AG, und weiterer Partner - wie z.B. WDR 3 - ermöglichen weit über Köln hinaus beachtete Veranstaltungen, wie den traditionellen Kölner Theaterbummel und die seit 2001 jährlich stattfindende Kölner Theaternacht.
Finanzausschuss bewahrt KELLER vor dem Aus
Die KellerRevolution geht weiter!
80.000 € für das Jahr 2011 bewilligt
(Köln – 14.12.10)
Seit dem gestrigen Finanzausschuss ist es offiziell: Das THEATER DER KELLER wird auch 2011 weiterhin von der Stadt Köln gefördert und muss nicht schließen. Die Nachricht ereilte das Team um KellerIntendantin PiaMaria Gehle auf der Weihnachtsfeier. Ein besseres Geschenk konnte der Finanzausschuss der Stadt Köln dem traditionellen Privattheater in der Südstadt nicht machen. Ohne weitere finanzielle Förderung wären am Silvesterabend die letzten Vorstellungen gelaufen.
Auch wenn es sich bei der zugesprochenen Förderung zunächst um eine einjährige „Überbrückungshilfe“ von knapp 80.000 € (zum Vergleich im Vorjahr 171.500 €) handelt, schöpft Gehle Mut aus dem Beschluss und freut sich über das positive Signal aus der Kölner Politik. Auf diese Weise können nun die Drittmittel (Land NRW, Sparkasse KölnBonn, Generali Versicherung und private Mäzene) in Anspruch genommen werden.
And the winner is...
ROBERT OSCHATZ
Gestern Abend war es soweit: Die
Theatergemeinde Köln vergab zum zwölften Mal den
mit 2.500 EUR dotierten Kölner Nachwuchs-Schauspielerpreis PUCK. Die Spannung war groß und die Freude ebenfalls, als mit dem Gewinner unser Eleve Robert Oschatz aufgerufen wurde.
Stärken, die wir bei Robert Oschatz
gesehen haben und die unseres Erachtens einen Nachwuchsschauspieler auszeichnen,
sind seine Wandelbarkeit und seine Fähigkeit, im intensiven Zusammenspiel mit
Anderen in seinen Rollen aufzugehen. [...] Wandelbarkeit und Ensemblefähigkeit
sind uns auch in "Jugend ohne Gott" aufgefallen: In der wirkungsvoll und
spannend aktualisierten Bühnenfassung des Romans von Ödon von Horvath unter der
Regie von Pia Maria Gehle gefiel uns Robert Oschatz in mehreren Rollen:
Überbordende Brutalität und Gefährlichkeit zeigt Robert Oschatz ebenso
beklemmend deutlich wie Hilflosigkeit als Vater und Verstocktheit als
Jugendlicher, der sich keiner Schuld bewusst ist. Seine Fähigkeit, dabei als
Person bis zum Nicht-Erkennen hinter den Figuren zurückzutreten, zeichnet ihn
als Schauspieler aus: Er ist kein - vielleicht noch kein - Charaktertyp, sondern
geht in seinen Rollen auf.
(Auszug aus der von Dr. Petra Pinger verfassten Laudatio)
>> Robert Oschatz <<
wurde 1987 in Erfurth geboren und gehört ebenfalls zu den Absolventen der Schule des Theaters im Theater der Keller. In Dea Lohers "Blaubart - Hoffnung der Frauen" am Theater der Keller spielt er zurzeit die Titelrolle. Außerdem ist er zu sehen in den Kellerinszenierungen "Jugend ohne Gott" und "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)". In der vergangenen Spielzeit gehörte er zum Ensemble der Produktionen "Die Millionärin" und "Bernarda Albas Haus".
Die Deutsche Bühne über den Neustart am KELLER
Aufbruch im Keller
PiaMaria Gehle startet ihre Intendanz am gefährdeten Kölner THEATER DER KELLER
Stefan Keim | Die Deutsche Bühne | Dezember 2010
Ob das Theater der Keller im Januar noch spielen wird, ist Anfang Dezember völlig unklar. Dann erst entscheidet der Rat der Stadt Köln, ob er der Empfehlung des Kulturausschusses folgt und dem 1955 gegründeten Privattheater die bisher gewährte Konzeptionsförderung von 170 000 Euro im Jahr entzieht. Das würde bedeuten, dass auch das Land NRW und eine Stiftung ihre Finanzzusagen zurückzögen. „Und dann ist die Hälfte meines Etats weg“, sagt PiaMaria Gehle, seit dem Sommer neue Intendantin des Theater der Keller. Sie hat zwar eine Versicherung als neuen Sponsor aufgetrieben, die 30 000 Euro geben will. Aber das würde nicht ausreichen, wenn die Stadt sich nicht bewegt.
Die Situation ist bekannt, die Theaterleute haben demonstriert und dem Oberbürgermeister 5.555 Unterschriften übergeben. Nun können sie nur noch mit künstlerischen Mitteln gegen ihre Eliminierung kämpfen. Was mit zwei der Eröffnungspremieren eindrucksvoll gelingt. Revolution hat PiaMaria Gehle als Motto des Spielplans ausgerufen und verzichtet weitgehend auf große Titel. „Die Stücke sollen durch den kleinen Raum gewinnen, nicht in ihn hineingepresst werden“, sagt sie. Deshalb zeigt sie keinen personalreduzierten Klassiker, sondern eine neue Bearbeitung des Romans „Jugend ohne Gott“ . Ödön von Hováths Geschichte eines Lehrers, den die Verrohung und Gewissenlosigkeit seiner Schüler völlig aus der Bahn wirft, spielt zwar während der Nazidiktatur. Doch die Aktualität ist so offensichtlich, dass PiaMaria Gehle in ihrer Einstandsinszenierung als Intendantin keine Verweise auf Amokläufe und jugendliche Gewalttäter benötigt. Makke Schneider ist als Lehrer gleichzeitig Erzähler, der moralische Orientierung und bald auch den Sinn für die Realität verliert. Vier weitere Schauspieler wechseln mit weiß geschminkten Gesichtern fliegend die Rollen, wobei vor allem die junge Julia Kelz durch enorme Präsenz und Präzision auffällt. Ein erotisch selbstbewusstes Waldmädchen verkörpert sie ebenso überzeugend wie den „Fisch“ einen perversen Schüler mit eiskaltem Blick und zeitlupenartigen Bewegungen, gefährlich, ruhig, unmenschlich.
Ein positives Bild der Jugend will Anja Schönes Stück „Till Eulenspiegel“ vermitteln. Vier junge Leute schauen von einem Dach auf die Welt herab und üben mit einem „Till Eulenspiegel – Trainingsplan“ die Weltverbesserung. Doch trotz engagierter Schauspielschüler zündet dieses Stück nicht, wirkt humorlos, konstruiert und altbacken, wie eine Erinnerung an das Jugendtheater der Siebziger.
Packend gelingt dagegen die Bearbeitung des Romans „Böse Schafe“ von Katja Lange – Müller als Theatermonolog. Die Schauspielerin Johanna Marx, lange eine Protagonistin des Dortmunder Schauspiels, hatte die Idee zu diesem Projekt, erstellte in Zusammenarbeit mit der Autorin selbst die Spielfassung, produziert und spielt diesen Abend. In weißem Herrenhemd, hässlichen Strumpfhosen und unförmigen Schuhen steht sie da. Manchmal setzt sie sich aufs Klo, als wäre niemand außer ihr im Raum oder nur intime Vertraute. Sie wirkt verletzlich, ehrlich, nackter als sie ganz ohne Kleidung wäre. So erzählt sie die Geschichte einer aufopferungsvollen Liebe zu einem drogensüchtigen Aidskranken. Von den Illusionen und Träumen, den Abstürzen und den Kampf um den letzten Rest von Gemeinsamkeit. Johanna Marx schafft die Gradwanderung, Momente des Glücks und der Verzweiflung überwältigend direkt zu spielen und gleichzeitig darüber hinaus zu führen. An diesem von Nils Daniel Finckh sehr feinfühlig inszenierten Abend geht es auch darum, wie sich eine Frau über die Erzählung selbst definiert, Klarheit in ihr Leben bekommt und sich eine Zukunft erarbeitet. Ein perfektes Stück für die dichte Atmosphäre im Theater der Keller. Ein überzeugendes Plädoyer für den Fortbestand der Bühne.
Das Theater der Keller auf EinsFestival
Gehle im Interview mit Sabine Heinrich !
In einem interessanten und sehenswerten Beitrag über die drohende Schließung des des Theater der Keller sowie die Premiere von Meier, Müller, Schulz oder nie wieder einsam! stärkt uns kein Geringerer als EinsLive den Rücken:
Wichtige Energiespritze aus der Kölnischen Rundschau!
HOFFNUNG AUf DEM SPIELPLAN von Thomas Linden
Der Theaterbeirat der Stadt Köln hatte empfohlen, dem vor 55 Jahren gegründeten die Konzeptionsförderung zu streichen. Nun gibt Keller-Chefin Pia Gehle dem bedrohten freien Theater ein neues Profil. Nach vielen Jahren sieht es erstmals so aus, als könnte der Keller wirklich in ein anderes Fahrwasser kommen.
"Solange ich atme, trage ich die Liebe zu diesem Haus in meinen Kopf und meinem Herzen", sagt Ilse Schwarzhaupt, die als Mäzenin über Jahrzehnte das Theater Der Keller unterstützte. Dunkle Wolken sind - wie berichtet - über dem Theater aufgezogen, das zu den traditionsreichsten Privatbühnen in Deutschland zählt: Der Theaterbeirat der Stadt Köln hatte empfohlen, dem vor 55 Jahren gegründeten die Konzeptionsförderung zu streichen.
Dabei hat sich in der Kleingedankstraße viel getan. Die Finanzen wurden konsolidiert. Und: Pia Gehle, mit 33 Jahren jüngste Intendantin aller Zeiten im Keller, übernahm die Führung der Bühne. "Sie ist durchsetzungsfähig, klug und uneitel, was man bei Theaterleuten selten erlebt", meint die Mäzenin trocken. Auf der jungen Frau ruhen tatsächlich große Hoffnungen, denn die Bühne zählte nie zu den Experimentallabors der Theaterkunst und hatte stets die schwierige Aufgabe, sein bürgerliches Publikum kultiviert zu unterhalten.
Selbst der Förderverein des Theaters musste einsehen, dass der betuliche Zuschnitt nicht mehr trägt. So wurde Pia Gehle - die als "Keller-Kind" in der dem Theater angegliederten Schule ihr Handwerk erlernte - die Rolle der Retterin zuteil. Wie auf Befehl gab die neue Intendantin sogleich als Parole die "Keller-Revolution" aus. Erfreulicherweise verzichtete sie dann jedoch auf . Vielmehr agiert Pia Gehle erstaunlich umsichtig. "Ich will etwas Neues machen und mich vom Sicherheitsdenken verabschieden, deshalb spielen wir auch nicht breites Repertoire", sagt sie. "Fünf neue Produktionen zeigen wir in diesem Halbjahr, und wenn wir weiter machen dürfen, kommen im Frühjahr noch einmal vier hinzu". In der Tat fanden Publikum und Kritik Gefallen an den ersten drei Inszenierungen der Spielzeit, zu denen die vielbeachtete Uraufführung von Katja Lange-Müllers Stück "Böse Schafe" zählte.
Auch 15 ausverkaufte Vorstellungen sprechen eine deutliche Sprache. "Ich setze nicht bedingungslos auf Jugendlichkeit, sondern es ist die Mischung, auf die es ankommt", erklärt Gehle. Neue Autoren, Regisseure und Schauspieler bescheren dem Keller ein nie gesehenes Profil. "Ich will mehr Schauspieler ans binden, wie etwa Doris Plenert oder den jungen Emanuel Fleischhacker, weil das Publikum gute Darsteller noch mehr liebt als Regisseure".
"Mit Marc Becker und seinem Stück ,Meier, Müller, Schulz oder nie wieder einsam!' zeigen wir ein weiteres neues Stück, und Dea Loher zählt mit "Blaubart - Hoffnung der Frauen" ja auch noch zur jüngeren Autorengeneration", erklärt die Intendantin.
Für das Frühjahr offeriert sie als Kölner Erstaufführung "", ein Stück von Katharina Hacker, der Trägerin des Deutschen Buchpreises. Im Gespräch gewinnt man schnell den Eindruck, dass diese entspannt agierende junge Frau weiß, was sie will. Die Jahre als Leiterin des Hamburger Theaterfestivals "Kaltstart" haben ihr wohl auch ein dickes Adressbuch mit interessanten Namen der freien Szene beschert. Dass sie ein Gespür besitzt für das, was Qualität ausmacht, lässt sich auch an ihrer Entscheidung ablesen, mit Felicitas Kleine eine eigene Dramaturgin ans zu holen.
"Wir hoffen jetzt auf die Bestandssicherung des Hauses, mit der wir mindestens ein Jahr gerettet wären", sagt Pia Gehle. Noch vor Weihnachten wird in verschiedenen Gremien über die Zukunft des Kellers diskutiert. Man kann dem Rat für seine Entscheidung nur wünschen, dass er erkennt, was sich in der Kleingedankstraße in kürzester Zeit getan hat. Nach vielen Jahren sieht es erstmals so aus, als könnte der Keller wirklich in ein anderes Fahrwasser kommen.
Der Kampf um den KELLER geht weiter!
Der Protest findet jedoch nicht nur auf der Bühne statt! Gemeinsam mit Schülern und Dozenten der SCHULE DES THEATERS sowie Freunden und Förderern des THEATER DER KELLER demonstrierte man am 14.9.2010 gemeinsam vor dem Rathaus gegen die drohende Kürzung der Kulturfördermittel. Tags drauf traf sich Intendantin PiaMaria Gehle mit dem Oberbürgermeister Jürgen Roters und übergab ihm die 5.555 gesammelten Unterschriften von Menschen, die den Erhalt des THEATER DER KELLER unterstützen - darunter auch überregional bekannte Theatermacher wie Jürgen Flimm, Ulrich Khuon und Thomas Bockelmann.
Hier ein paar Eindrücke der KellerRevolution!
