Michel Houellebecq

Unterwerfung

Foto: ©MEYER ORIGINALS

„Mein Roman ist zutiefst zwiespältig, man kann ihn wie eine verzweifelte oder wie eine hoffnungsvolle Geschichte lesen“.

Houellebecqs boshafter Polit-Thriller richtet sich nicht gegen den Islam, sondern beschreibt den Kollaps der westlichen Kultur als Folge eines schleichenden Verfalls politischer, wirtschaftlicher und sozialer Werte.  Eine Negativ-Utopie vom Ende demokratischer Strukturen und vom Verschwinden der Frau aus allen gesellschaftlichen Zusammenhängen.
Der Literaturwissenschaftler François ist Professor an einer Pariser Universität. Er promovierte zu einem  Schriftsteller der französischen Dekadenz des 19. Jahrhunderts – Joris Karl Huysmans – der ihn weiterhin fasziniert. Mit ihm verbindet ihn sein Jungesellendasein – seine Enttäuschung vom Leben und von den Frauen. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Damit beginnt die Reise in sein von Einsamkeit und Ich-Bezogenheit erstarrtes Inneres und in ein von der Angst vor Islamismus und Rechtsextremismus geprägtes Europa.

Premiere: 08. September 2017

Pressespiegel
„Marc Fischer macht das ausgezeichnet, der fesselt das Publikum, versteht es auch, diese bildhafte Sprache von Houellebecq gut zu platzieren, er füllt die verschiedenen Facetten von Francois gut aus, der lockere Professor, der Loser, der Sexbesessene, der Zyniker. Manchmal verschmilzt er richtig mit dieser Rolle, das ist schon richtig gut.“ WDR3, Martin Burkert

„Mit Bravour meistert Marc Fischer die schauspielerische Tour de Force, des von Regisseur Heinz Simon Keller und der Dramaturgin Barbara Kastner auf 110 Theaterminuten zusammengekürzte Textkonvolut des Romans (…) anregend ist der Theaterabend allemal.“ Kölner Stadtanzeiger_14.9.17

„Marc Fischer in der Rolle des François holt aus der Figur heraus, was er kann, um den Niedergang der westlichen Kultur als eine schlüssige Konsequenz erscheinen zu lassen. (…) Heinz Simon Keller, der François so nachdrücklich in Szene gesetzt hat, ist eine Inszenierung gelungen, die zur Positionierung zwingt. Der lebensmüde François ist zwar eine Vorlage, doch sie darf nicht zum Vorbild werden. Sie ruft geradezu nach einem Gegenentwurf.“
meinesuedstadt.de

„Selbstironisch, charmant, neckisch, larmoyant, gelegentlich auch mit dem Publikum spielend zeigt Fischer unter der Regie von Hausherr Heinz Simon Keller ein faszinierendes Spektrum der Emotionen und Selbstbetrachtungen. Wobei ihm und dem Publikum die porno-erotischen Schilderungen, für die Houellebecq bekannt ist, sichtlich besonderes Vergnügen bereiten.“ report.k

Regie: Heinz Simon Keller
Bühne und Kostüme: Thomas Garvie
Dramaturgie: Barbara Kastner
Musik: Marco Mlynek
Regie-, Kostümassistenz: Milena Gawlick

Mit: Marc Fischer und Josef Tratnik

Die nächsten Termine:
Freitag, – 20:00 Uhr
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Mittwoch, – 20:00 Uhr
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