Ein WagnerProjekt nach TRISTAN & ISOLDE und Texten von Daniela Dröscher | Premiere am 16. September 2011 im HochKeller.
Lange als unaufführbar geltend, lasten auch heute auf keinem anderen Musikdrama Richard Wagners so viele Mythen und Ehrfurchtserwartungen wie auf TRISTAN & ISOLDE. Kaum ein Sänger, der sich nicht schon einmal den Heldenarien des großen Komponisten widmen wollte, doch nur wenigen ist es vergönnt. In einem sehr intimen und auf das Wesentliche reduzierte Wagnerabend wagt sich der KELLER nun an diesen Epos der Musikgeschichte. Gemeinsam mit zwei Schauspielern, zwei Sängern und einem Pianisten macht man sich auf die Suche nach Wagners eigenwilligem Zugriff auf den altbekannten Stoff des tugendhaften Tristan und der Königstochter Isolde von Irland, die nach dem Genuss eines Liebestankes in unsterblicher Liebe zueinander entbrennen und schließlich an ihr sterben.
In einem innovativen Aufeinandertreffen von Schauspielern und Musikern sowie klassischer Textvorlage und dem zeitgenössischen Zugriff der mehrfach ausgezeichneten Berliner Autorin Daniela Dröscher kommt es zu einer Reibung, die neue potentielle KellerKräfte freisetzen wird. Dabei offenbart der Versuch, Schauspieler, Musiker, Sänger und die Vorgaben Wagners in eine Symbiose zu überführen immer wieder die in der Musik Wagners begründete "unendliche Melodie". Ein Theater- und Opernerlebnis der ganz besonderen Art.
Mit der Autorin Daniela Dröscher und der Regisseurin Eva-Maria Baumeister holt sich das THEATER DER KELLER ein kreatives und zugleich sehr erfolgreiches Künstlerduo ins Haus. Sie arbeiteten unter anderem bereits gemeinsam an der Uraufführung von „Hundert Blumen“ 2009 am Staatstheater Mainz. Zuletzt inszenierte Baumeister 2010 am THEATER DER KELLER mit Dea Lohers Blaubart – Hoffnung der Frauen das Abschlussstück der SCHULE DES THEATERS.
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Regie: Eva-Maria Baumeister
Texte: Daniela Dröscher
Ausstattung: Svenja Gassen
Musikalische Leitung & Piano: Ewald Gutenkunst
Mit: Jean Paul Baeck, Ute Eisenhut,
Paul Lyon, Fiona Metscher
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©MEYER ORIGINALS
Pressestimmen
Ein Wagnis, Richard Wagners Tristan und Isolde, kombiniert mit modernen Texten von Daniela Dröscher. Das Kellertheater stellt sich dieser Herausforderung, die künstlerisch anspruchsvoll und in ihrem Ergebnis überaus beeindruckend ist. [...] Baumeister konzipiert eine spannende Aufführung in einer kompakt dynamischen Schau tradierter und moderner Elemente.
Köln-InSight.com (Katja Egler Streil), 18.11.2011
Metscher, die vielen TDK-Besuchern bereits durch "Nordost" ein Begriff ist, überzeugt diesmal als naiv-neurotische Quasselstrippe. [...] Man braucht schon ein bisschen, um sich auf dieses Theaterexperiment einzulassen. Letztendlich gerät die Gratwanderung zwischen großer Oper und modernem Sprechtheater aber erstaunlich überzeugend und erfrischend.
Kölner Illustrierte (Daniela Abels), November 2011
Eva-Maria Baumeisters Inszenierung von Daniela Dröschers Werk "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh" vereint im "Theater Der Keller" Theater und Operette zu einer harmonischen Reise durch den größten Wahn der Welt: Die Liebe. In Anlehnung an Richard Wagners Musik zum Heldenepos "Tristan und Isolde" sowieder Märchenvorlage (und Titelinspiration) "Brüderchen und Schwesterchen" erhebt sich mittels der Genreverflechtung in der Finsternis des Herz-Untergangs ein funkelnder Turm, der einen neuen Pfad zum Licht aufzeigt. Mehr Drama ist kaum vorstellbar und belegt, dass Liebhaber beider Kunstformen an einem Abend auf ihre Kosten kommen können. Allein die Realisation des Projekts in der intimen Atmosphäre des kleinen Theatersaals sorgt für positive Verwunderung. Fiona Metschers und Jean Paul Baecks brachiales wie sensibles Schauspiel treten zu keiner Zeit in den Schatten der Gesänge Ute Eisenhuts und Paul Lyons sowie Ewald Gutenkunsts Pianokaskaden. Musik, Mimik und Worte streben während der gesamten Darbietung aufeinander zu, fließen durch die Zuschauer, um sich schließlich auf der Bühne als tragisches Bildnis der Liebe zu umarmen. Eine poetische wie klangliche Meisterleistung, deren Trank berauscht.
Kölner Wochenspiegel (Thomas Dahl), 5.10.2011
Eine moderne Liebesgeschichte. Sie liebt die Oper TRISTAN & ISOLDE und den intensiven Gesprächsaustausch mit einem Partner. Er hasst Opern im Allgemeinen und TRISTAN & ISOLDE im Speziellen und ebenso auch den gesprächsintensiven Austausch mit einer Frau und Partnerin. In einer Liebesnacht finden sie trotzdem zu- und sogleich wieder auseiander, denn ihre Gefühle sind erzwungen und ihrer Einsamkeit geschuldet. Das ist die eine Ebene des Theaterabends. Die andere bringt eben die Arien, die die Entfremdung zwischen beiden versinnbildlichen, untermalt von Pianist Ewald Gutenkunst und beeindruckend gesungen von Paul Lyon und Ute Eisenhut, auf die Bühne. Eine ebenso ungewöhnliche wie eindringliche Mischung, die den Zuschauer und -hörer, je nach eigener Wahrnehmung und Empfindung auf die eine oder andere Seite der Liebeskonstellation schlägt. Mutig, beide Seiten zuzulassen. Mutig, das Genre Oper in einen Theaterabend so intensiv einzubauen. Intelligent, die Möglichkeit, dass die Mythengestalten Isolde und Tristan sich ohne Liebestrank womöglich völligfremd gewesen wären, weiter zu denken und in den Opernarien mit ihrer eigenen Geschichte zu konfrontieren. Ein intensiver, überraschender Theaterabend.
Rheinkultur (Christoph Zimmermann), 10/11 2011
Das Stück "Wer aus mir trinkt, wird ein Reh", zusammengesetzt aus Texten von Daniela Dröscher und Duetten aus Wagners "Tristan und Isolde", wagt manches. [...] Bei der Premiere gelang es ihnen [den Schauspielern] unter der Regie von Eva-Maria Baumeister aber vorzüglich, in ihren flapsigen Dialogen große Menscheitsfragen anzusprechen. [...] In den Charakteren Brüche allüberall, doch die Gegensätze bleiben erhalten. Dazu zählen auch die Auftritte der Opernsänger Ute Eisenhut und Paul Lyon als Isolde und Tristan, die, begleitet am Klavier von Ewald Gutenkunst, mit ihren mächtigen Sitmmen nicht nur das junge Paar sehr flüchtig aussehen lassen, sondern auch den kleinen "Keller" schier zu sprengen drohen.
Kölner Rundschau (Hans-Willi Hermans), 21.9.2011
Das Stück von Daniela Dröscher - es wurde in Köln uraufgeführt - ist keine plumpe Versetzung eines Klassikers in moderne Zeiten, sondern zum einen eine intelligente Verknüfpung von Oper und Schauspiel, zum anderen eine spannende "Untersuchung" über die Wirkung von Musik. Zudem in der Inszenierung von Eva-Maria Baumeister hervorragend umgesetzt.
www.koeln-nachrichten.de (ehu), 20.9.2011
Regisseurin Eva-Maria Baumeister gelingt die spannende Uraufführung eines märchenhaft entrückten Stücks, das mit Motiven aus Grimms "Brüderchen und Schwesterchen" und dem Reh-Klassiker "Bambi" durchsetzt ist und die zeitgenössische Ebene pfiffig mit der Oper verschränkt. Mitunter droht das musikalische Volumen die räumliche Enge zu sprengen. Jedoch ist es eine intensive Erfahrung, die kraftvollen Sänger in ungewohnter Nähe zu erleben. Während Jean Paul Baeck immer wieder lässig das Pathos bricht, spielt Fiona Metscher die naive Neurotikerin mit emotionaler Wucht.
Auf diese Weise neu interpretiert und eingerichtet, passt der übergroße Stoff durchaus auf die minimale Bühne. Ein Wagner-Wagnis, das in eineinhalb Stunden zwar Toleranz gegenüber ungezügelter Gefühligkeit fordert und manches Rätsel aufgibt, aber dank Originalität und Einfallsreichtum glückt.
Kölner Stadtanzeiger (Jessica Düster), 20.9.2011
Zwei Sänger, zwei Schauspieler und ein Pianist zogen an diesem Abend das Publikum in ihren Bann, indem sie das Monumentalstück in die intime Atmosphäre des kleinen Theaters versetzten. [...] Die erstaunlich gute Akustik des Raumes führt zu einem Gesangserlebnis der besonderen Art. [...] Wagner auf der kleinen Bühne? Funktioniert das? Ja, das funktioniert sehr gut. Zumindest im Theater Der Keller. Und man muss kein Opernliebhaber sein, um sich diesem Wagner-Abend hinzugeben.
www.meine-suedstadt.de (Stephan Martin Meyer), 20.9.2011
Ein intelligentes und anspruchsvolles Spiel rund um die Musik und die Liebe.
www.koeln.de (Jürgen Schön), 19.9.2011