|
Friedrich Schiller Mit: Andreas Engelmann, Andreas Furcht, Annette Müller als Maria Stuart, Jonas Müller, Doris Plenert als Elisabeth, Peter Schwab, Alexander Wipprecht
Maria Stuart, Königin von Schottland, und Elisabeth, Königin von England. Zwei Frauen in einer Männerwelt, die es nicht erlaubt, Rücksichten zu nehmen oder gefühlsmäßig zu handeln. Gefangenschaft auf beiden Seiten der Kerkermauern: Maria lebt bis zu ihrer Hinrichtung im Jahr 1587 fast zwanzig Jahre in Haft. Doch sie ist mächtig. Elisabeth steckt in den Fesseln der Regentschaft, der Tugend, des politischen Kalküls, des unentrinnbaren Zwangs. Sie nahm Maria gefangen, als diese Zuflucht bei ihr in England suchte. Sie sollte durch Aufstände von Marias Anhängern entmachtet werden. Sie muss mit ansehen, wie Maria, deren Todesurteil nur noch auf die königliche Unterschrift wartet, aus ihrer Zelle heraus ihre Gefolgschaft zu lenken scheint. Wie sie Mitleid und Liebe in Männerherzen weckt. Die Königinnen treffen zusammen, die Frauen bespeien einander mit Hass. Damit ist Marias Urteil – ja, was? Besiegelt? Ja und nein. Elisabeth gibt es aus der Hand. Und kann sicher sein, dass es in ihrem Sinn erfüllt wird, ohne dass sie selbst einen Finger gerührt hätte. Doch die tote Maria ist ihr fast noch gefährlicher als die lebendige. Maria und Elisabeth, die beiden Königinnen, verkörpern den tragischen Konflikt zwischen individuellem Glücksanspruch und politisch-historischen Notwendigkeiten, Menschlichkeit und Funktionalität. Hin- und hergerissen zwischen diesen Polen, werden sie einander zu Projektionsflächen ihrer tiefen Sehnsüchte. Zentrales Motiv des Dramas ist der Schein. Genauer: die Existenz des Menschen unter der zweiten Natur des Scheins, des Schleiers, hinter dem das Sein verhüllt ist. Maria, das Opfer, Maria, die Mörderin ihrer Männer? Elisabeth, die Tugendhafte, Elisabeth, die Grausame? Der Schein als Instrument politischer Herrschaft und menschlicher Selbst-Sicht.
|
Spielplan 2008/09 Nächste Premieren:
Do, 2. Juli 2009 Wiederaufnahmen: Woody Allen Im Programm: Trude Herr Friedrich Schiller Bertolt Brecht Tragödie von Sophokles Dan Goggin ES KOMME WAS DER HIMMEL ÜBER MICH VERHÄNGT Alan Ayckbourn Neil Simon KELLERextra Jeden 1. Sonntag im Monat Jeden letzten Dienstag im Monat „Ich bin etwas schief ins Leben gebaut“ – MASCHA KALÈKO ABEND
|
|||
|
||||