:XXTanzTheater Bibiana Jimenez

Das eXXperiment Skizzen einer neuen Gemeinschaft

"Großer Wurf (...) fulminant getanzt" Kölnische Rundschau, 04.06.20         

"Ein grandioser Tanzabend eröffnet die Saison der Lockerung, und es ist ein Glück, dass das Theater der Keller noch zwei Aufführungen Mitte Juni anbietet." O-Ton 31.5.20

„Das eXXperiment“ ist ein vielschichtiges und nicht immer leicht zugängliches, aber auf jeden Fall ein großes Stück Tanztheater. Mit großem Gespür für interessante Frauen der Kölner Geschichte hat die Choreografin Bibiana Jiménez mit Marta Hegemann eine bedeutsame „Neue Frau“ zu Recht auf die Tanzbühne gebracht." Klaus Keil tanz.nrw.web

In den 1920er Jahren nahm die „Neue Frau“ kämpferisch und selbstbestimmt ihr Leben in die Hand. Sie verkörperte nicht nur den Unabhängigkeitsgedanken der Frauenbewegung, sondern galt als Idealbild einer ganzen Generation von Frauen. Die 1920er waren auch die Zeit der avantgardistischen Künstlergruppe „Kölner Progressive“. Dabei war eine der zentralen weiblichen Figuren die Künstlerin Marta Hegemann (1894-1970): Frauenfiguren und Tänzerinnen waren ihr Lieblingssujet. Sie schuf mit ihren Bildern eine wohltuende Gegenwelt, die anachronistischen Genderstereotypen trotzte. Mit Einzug der Nationalsozialismus war Hegemanns Malerinnen-Karriere beendet. Ihre Kunst wurde als „entartet“ bezeichnet und aus den Museen verbannt.

Wohin verändert sich die Welt? - Auch vor 100 Jahren, nach dem 1. Weltkrieg, stand man vor dieser Frage. Künstler suchten Antworten. Marta Hegemann war eine von ihnen. Die Malerin gehörte zu den "Kölner Progressiven", die die Vision einer sozial gerechten Gesellschaft entwickelten. Bibiana Jimenez' neues Tanzstück ist inspiriert von Hegemanns Leben, ihrer Isolation als Künstlerin in einer Männergesellschaft, ihrer Darstellung von Frauen, die aus einer etablierten Welt ausbrechen. Zwei Frauen tanzen isoliert voneinander und skizzieren neue Formen der Gemeinschaft. Damals wie heute (jetzt durch Corona bestärkt) war Kunst ein Drahtseilakt, ein Überlebenskampf. Bibiana Jimenez hat eine 'coronataugliche' Version des Stücks erarbeitet.

Konzept / Choreographie / Ausstattung: Bibiana Jimenez
Tanz: Daniela Riebesam, Florencia Martina
Stimme: Valeria Risi
Dramaturgie: Barbara Kastner
Assistenz: Valeria Risi

XX-TanzTheater verbindet unter der Leitung von Bibiana Jiménez interdisziplinär und experimentell Frauenbiografien, heutige gesellschaftspolitische Entwicklungen und historische Fakten. Die Choreographien erfassen das Emotionale einer Situation, die Gefühle einer Figur in der Bewegung. Letztes Projekt war „Bubbles – jenseits der Meinung“ in Kooperation mit dem Wallraf-Richartz-Museum/ Fundation Corboud und dem Mapuka Museum Universidad del Norte, Kolumbien. Mit ihren Choreographien "XX" Fortuna (Teil 1 der XX-Trilogie, Tanztheater auf den Spuren der weiblichen Seite Kölns (2016-18) in  2016 und mit „I am Farkhunda“ in 2017, wurde sie für den Kölner Tanztheaterpreis nominiert.

Gefördert durch: Kunststiftung NRW

SAMSTAG, 5. SEPTEMBER |20H|
SONNTAG, 6. SEPTEMBER |18H|



Angst essen Seele auf

von Rainer Werner Fassbinder
Ein Gastspiel des Theater TKO

Emmi (Deutsche) und Ali (Ausländer) verlieben sich ineinander. Den feindseligen Gefühlen ihres Umfelds zum Trotz beschließen sie, zu heiraten — und begegnen der ungebremsten Wucht von Vorurteilen, die selbst ihre engsten Vertrauten teilen …
Das Private ist politisch: "Angst essen Seele auf" handelt von Machtverhältnissen, Mechanismen der Ausgrenzung, von dem, was wir oft nicht sehen wollen. Es handelt von Liebe, Neid, Ohnmacht und Widerstand und davon, wie sich gewachsene Strukturen auf das Leben einzelner Menschen auswirken, die nicht ganz hineinpassen wollen.

Regie: Nada Kokotovic
Bühne: Asja Uritskaya
Kostüme: Joanna Rybacka
Ö-Arbeit: Iris Pinkepank
Es spielen: Doris Plenert, Nedjo Osman, Katharina Waldau, Klaus Nicola Holderbaum
Musiker: Erdal Sahim

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Fr, 11. September|20 Uhr | Premiere
Sa, 12. September|20 Uhr
Fr, 25. September | 20 Uhr
Sa, 26. September | 20Uhr